Oktober 2013
Jumping Dinner: Tischlein wechsel Dich!

Lust auf gutes Essen und neue Kontakte? Dann schnell beim Jumping Dinner anmelden! Bei dieser witzigen Aktion isst man an einem Abend drei Gänge in drei Wohnungen – und immer sitzen neue Leute am Tisch. Die NP hat mitgemacht! Neue Leute kennenlernen – und das bei einem leckeren Essen – da mach ich mit! Etwa einmal im Monat findet das Jumping Dinner in Hannover statt. Das Prinzip: Zwei Leute kochen zusammen einen Gang und vier Gäste kommen zum Essen. Doch die Gruppe ändert sich immer wieder: Bei jedem Gang trifft man sich in einer neuen Wohnung - mit neuen Kochpaaren.

Bei der Anmeldung kann man sich entscheiden, ob man alleine teilnimmt und einen Kochpartner zugeteilt bekommt oder ob man sich mit einer Freundin oder einem Freund als Team anmeldet. Wenn schon, denn schon, hab ich mir gedacht – und mich allein angemeldet. Drei Tage vor dem Dinnerabend bekam ich sowohl den Ablaufplan als auch den Namen und Kontaktdaten meines Kochpartners. Georgios heißt er. Wie werden einige Stunden miteinander verbringen: Das Dinner beginnt kurz vor 18 Uhr mit der Vorspeise und endet mit einem Treffen aller Teilnehmer in einer Kneipe - nach Mitternacht.

Dezenter Zweifel steigt plötzlich in mir auf: Das wird ein langer Abend, was, wenn wir uns nicht sympathisch sind? Das erste Telefonat macht mich wieder zuversichtlicher: Wir besprechen, welches Dessert wir zubereiten werden, Georgios klingt nett. Im Ablaufplan steht, dass einer der Teilnehmer laktoseintolerant ist - das heißt – laktosefreie Produkte auf den Einkaufszettel schreiben!
          
Wir entscheiden uns für Panna cotta mit Himbeersauce und einem Scheiterhaufen, ein österreichisches Apfeldessert, mit Vanillesauce. Georgios kommt um 17 Uhr zu mir, den Einkauf haben wir aufgeteilt. Wir arbeiten Hand in Hand, beim Äpfel schälen und Sahnekochen schwindet auch meine letzte Skepsis.

Zur Vorspeise geht´s nach Laatzen. Als wir klingeln, fragen wir uns plötzlich, ob wir ein Gastgeschenk hätten mitbringen sollen – zu spät. Wir sind eine nette, bunte Truppe. Es gibt einen Salat, gebratenen Ziegenkäse in Speck, mit Reis gefüllte Zucchini und einen sehr hübsch gedeckten Tisch. Mit Sekt soßen wir an und plappern drauflos. Die häufigste Frage des Abends lautet: Warum macht ihr beim Jumping Dinner mit? Einige Teilnehmer, vor allem die männlichen, haben das Dinner geschenkt bekommen. Die Frauen haben sich meist mit einer Freundin angemeldet oder sind einfach nur neugierig, genau wie ich. Tatsächlich ist das Dinner auch keine verkappte Kuppelveranstaltung, wie man hätte befürchten können – unter den Teilnehmern sind auch Paare. Ebenfalls erfreulich, wir betreiben wenig Smalltalk über Jobs oder Hobbys, tratschen stattdessen lustig vor uns hin. Am Tisch herrscht eine erstaunlich vertraute Stimmung. Beim Gemüseauflauf in der List erzählt die Gastgeberin, dass sie schon einmal beim Jumping Dinner teilgenommen hat und dabei nicht so viel Glück hatte wie ich an diesem Abend.

Eines der Kochpaare, das bei ihr gelandet war, hatte Lospech. Die beiden stritten sich geradezu pausenlos vor versammelter Mannschaft.
          
Am Ende unseres Abends finde ich es fast schade, dass kein Querschläger dabei war – das hätte ja schließlich auch für lustige Anekdoten gesorgt. Die Zeit vergeht viel schneller als ich dachte. Schon ist nämlich Zeit für das Dessert – unser Gang! Georgios und ich müssen zurück in meine Wohnung und die letzten Handgriffe machen. Minutenlang suchen wir einen Parkplatz, es wird ein wenig eng. Als wir den Scheiterhaufen gerade in den Ofen schieben, klingelt es an der Tür. Jetzt schnell auf Gastgebermodus umschalten! Dass ich meine Rolle hätte besser planen können, wird mir erst später bewusst: Den Espresso, den ich nach dem Dessert servieren wollte, habe ich schlicht vergessen. Sofort nehme ich mir vor, beim nächsten Mal schon vorher die Tassen rauszustellen. Außerdem würde ich den Tisch vor der Abfahrt zur Vorspeise decken und für die Fahrer und Gäste von außerhalb mehr alkoholfreies Bier kaufen. Immerhin bin ich mit der Nachspeise (die gerade noch rechtzeitig auf den Tisch kommt) zufrieden. Und wenn ich den Gästen glauben darf, waren sie es auch. Lecker! Beim Abschlusstreffen freue ich mich, einige Leute wiederzusehen. Wir trinken noch einen Sekt, alle sind sehr ausgelassen- und ein bisschen müde. Die acht Stunden, die das Jumping Dinner am Ende dauert, machen sich bemerkbar. Es wird noch eine Liste rumgereicht, in die man bei Bedarf seine E-Mail-Adresse eintragen kann- so kann man sich mit den anderen nach diesem Abend wieder verabreden. Ich habe mich eingetragen und treffe mich in dieser Woche, mit einer Teilnehmerin, die gerade erst nach Hannover gezogen ist. Neue Leute und leckeres Essen haben sich als gute Kombination erwiesen. Ein weiteres Jumping Dinner ist für mich nicht ausgeschlossen.
   

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