Dezember 2005
The Night Stuff

Exesse in fremden Büros. Drinks´n´DJs in der U-Bahn. Oder  zwei Stunden perfekt abfeiern –und dann Schluss. IQ Style hat die neuen Partykonzepte getestet.

Was haben wir nicht schon alles mitgemacht: Kuschelpartys fürs Ego, Botox-Partys fürs Image, Visitenkartenpartys für die Karriere, Speed-Dating um miteinander reden zu können, Tequilla-Partys um gnadenlos abzustürzen, Clubrestaurants mit mittelmäßigen Essen, um einfach gesehen zu werden, kalte Bunker- und Tunnelfeiern für den Trash Faktor im Leben – Coyote-Ugly-Partys um festzustellen, dass es auch Grenzen gibt. Und jetzt? Schon wieder ein Winter, der partymäßig durchgestanden werden muss – mit neuen Ideen zwischen schräg, verboten und verrückt.

jumpingdinner: Mini-Hopping de luxe

Angeblich wurde die Idee des jumpingdinners von amerikanischen Austauschstudenten nach Deutschland eingeschleppt. Inzwischen hat sich das sprunghafte Abendessen erfolgreich in einigen Städten etabliert. Das ursprünglich für Singles gedachte Konzept macht das Kennen lernen relativ einfach: Menschen, die einander nie zuvor gesehen haben
, kochen, essen und feiern zusammen eine ganze Nacht durch. Weil Liebe durch den Magen geht, ist die Idee recht simpel Mindestens neun Zweierteams, müssen sich gegenseitig einen Gang servieren. Das heißt, drei unterschiedliche Gruppen treffen dreimal, also bei drei unterschiedlichen Gängen, in drei verschiedenen Wohnungen aufeinander.
          
Nach jedem Gang wird quer durch die Stadt das nächste Kochteam angepeilt. So lernt man beim Essen – inklusive dem zugeteilten Partner – 13 neue Leute kennen. Die mindestens 18 Teilnehmer treffen sich dann anschließend zu einer gemeinsamen Party wieder. Das mühsame Miteinander-Bekanntmachen entfällt, weil ja jeder bereits jeden kennt. Das spannende an dieser Art des Dinierens ist, dass man sowohl selbst Unbekannte intime Einblicke in seine Wohnung gewährt als auch ganz voyeuristisch begutachten kann, wie der andere lebt. Dabei ist man auch noch gezwungen für eine begrenzte Zeit mit Leuten zusammen zu sitzen, mit denen man unter anderen Umständen nie reden würde. Sekretärin, Berufssoldat, Eventmanager oder Student – so unterschiedlich wie die Menschen sind auch die Menüs. Von selbst gemachter Pizza bis hin zur Entenbrust an Orangensauce und Trüffeln ist alles dabei.

Monika, 32 hat schon zweimal beim jumpingdinner mitgemacht und dabei auch Leute von ihrem ersten jumpingdinneer wieder getroffen. Der Unterhaltungswert eines solchen Samstagabends sei extrem hoch: „Es ist ein bisschen wie ein Überraschungspaket. Du weißt nicht genau, was Du bekommst und das einzige Kontinuierliche an diesem Abend ist Dein Kochpartner. Mit dem kann man auch auf dem Weg zur nächsten Wohnung schön lästern.“

Philipp Peterich der jumpingdinner Veranstalter sagt folgendes: „70 Prozent sind vielleicht Singles auf der Suche, aber im Prinzip ist das eine Veranstaltung für alle, die dafür offen sind, neue Leute kennen zu lernen. Gerade auch, wenn man neu in der Stadt ist, ist das eine gute Möglichkeit um Freundschaften zu knüpfen.

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