18.05.2011
Kochen mit einem fremden Mann

Der Plan: Beim jumpingdinner mitmachen und einen hoffentlich charmanten Kochpartner vom Veranstalter zugeteilt bekommen.

Ein vielversprechender Kennenlerntrend, der sich in den vergangenen Jahren etabliert hat, ist das jumpingdinner. Wer sich alleine anmeldet, bekommt auf Wunsch einen Kochpartner zugeteilt, mit dem man einen Gang vorbereitet und zwei Gänge in einer anderen Wohnung mit weiteren Teilnehmern einnimmt. Mein Partner heißt Denis und klingelt pünktlich um vier an meiner Tür zum Dessertvorbereiten. Er ist zuvorkommend und unterhaltsam, trägt über dem Kapuzenshirt ein Jackett, seine Haare sind lang und wellig, ein bisschen Prinz-Eisenherz-mäßig vielleicht. Ich schätze ihn auf Mitte bis Ende 30. In seinem ersten Leben war er Koch, jetzt ist er Filmassistent. Geschickt zerbröselt er das Baiser für den Nachtisch. Wir schichten Baiser, Himbeeren und Sahne in sechs Gläser und starten zur Vorspeise nach Barmbek. Zur Gemüsesuppe erzählt Denis den Mitessern launige Geschichten vom Drehalttag de „Bergdoktors“. Ich mag es, wenn Menschen mit Leidenschaft über ihren Beruf reden, so, das man gerne zuhört. Nach dem Hauptgang in Altona fahren wir zum Finale in meine Wohnung. Denis pimpt das Dessert noch mit selbst eingekochten Himbeersud. Kommt extrem gut an. Was soll ich sagen: ein lustiger Abend mit einem sehr eloquenten Mann an meiner Seite. Zwar nicht der Zukunftsmann, aber eine wirklich sympathische Begegnung.
          
Fazit: jumpingdinner ist toll, um neue Leute zu treffen. Besonders angenehm: Es kann ums Männer-Kennenlernen gehen, muss es aber nicht. Falls der Kochpartner zwar nett ist, aber nicht in Frage kommt, gibt es noch eine Gelegenheit, auf dem abschließenden Teilnehmertreff in einer öffentlichen Kneipe mit anderen Teilnehmern Kontakt aufzunehmen. Dass jumpingdinner findet monatlich in neun Städten statt.

 

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